Schadenfreiheitsklasse

Die Schadenfreiheitsklasse ist ein wichtiger Faktor im Rahmen der Kfz Versicherung. Mit ihrer Hilfe schätzen die Versicherungsgesellschaften das Risiko ein, und bestimmen den Schadenfreiheitsrabatt. Dieser 30% oder im Extremfall auch 280% betragen. Eben abhängig davon, wieviele unfallfreie Jahre der Versicherungsnehmer vorzuweisen hat.
Die Schadenfreiheitklasse gibt es in der Kfz Haftpflichtversicherung, und in der Vollkaskoversicherung. In der Teilkaskoversicherung gibt es keine Schadenfreiheitsklassen, und so auch keinen Schadenfreiheitsrabatt. Für die Kfz Haftpflicht und die Vollkasko wird die Einstufung separat behandelt. Wird also ein Unfall verursacht bei dem nur der Schaden eines Dritten Unfallbeteiligten durch die Versicherung reguliert werden muss, so wirkt sich dies auch nur auf die Schadenfreiheitsklasse der Kfz Haftpflichtversicherung aus. Wird auch ein Schaden am eigenen Fahrzeug reguliert, so hat dies Einfluss auf die Schadenfreiheitsklasse der Vollkaskoversicherung. Dies bedeutet im Regelfall, dass eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklassen erfolgt. Da der Schadenfreiheitsrabatt von der SF-Klasse abgeleitet wird, wirkt sich dies natürlich auch auf die Höhe der Versicherungsprämie aus. In welchem Ausmaß die Rückstufung erfolgt, dies ist vom jeweiligen Versicherer abhängig, anhand dessen Rückstufungstabelle.

Die Einstufung in der Schadenfreiheitsklasse bewahren

Mit jedem unfallfreien Kalenderjahr erfolgt die Höherstufung in die nächste Schadenfreiheitsklasse. Mit jedem Unfall erfolgt eine Rückstufung. Um letztere zu vermeiden gibt es Zusatzleistungen / -versicherungen, die im Rahmen der Kfz Versicherung abschließbar sind. Die Sprache ist hier in erster Linie vom Rabattschutz. Gegen einen Aufpreis schützt dieser vor der Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse bei einem Unfall. Es ist jedoch strittig ob sich dieser lohnt, denn der Aufpreis ist nicht unerheblich. Erfahrende und langjährig unfallfreie Autofahrer mit der Einstufung in die SF-Klasse 25 können eventuell von einem kostenfreien Rabattretter profitieren. Hier ist ein Unfall pro Kalenderjahr „frei“, es erfolgt also keine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse und auch der Schadenfreiheitsrabatt bleibt gewahrt. In diesen Genuss kommen jedoch nur sehr erfahrene Autofahrer. Eine weitere Möglichkeit um eine Rückstufung zu vermeiden die sich lohnen kann: Kleinere Schäden nicht durch die Versicherung begleichen lassen, sondern aus eigener Tasche regulieren. Dies kann sofort geschehen, aber auch noch nachdem die Kfz Versicherung den Schaden bereits reguliert hat. Um langjährig höhere Versicherungskosten durch eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse und den daraus resultierenden Verlusts des Schadenfreiheitsrabatts zu vermeiden kann dies eine Alternative sein, die wirtschaftlich sinnvoll ist.

Die Schadenfreiheitsklasse und der Fahranfänger

Gerade wer zum ersten Mal eine Kfz Versicherung abschließt sieht sich mit einer ungünstigen Einstufung in die Schadenfreiheitsklasse und mit hohen Kosten konfrontiert. Fahranfänger werden standartmäßig in die Schadenfreiheitsklasse ½ eingestuft, was mit einem Beitragssatz von 140 bis 145% (in der Kfz Haftplicht) mit einhergeht. Um diese ungünstige Einstufung zu vermeiden ist es eine weit verbreitete Praxis, das Fahrzeug nicht auf den Namen des Fahranfängers anzumelden, sondern als Zweitwagen auf ein Familienmitglied – und der Fahranfänger wird als Fahrer eingetragen. Sollte diese Möglichkeit bestehen, so ist dies eine empfehlenswerte Methode, um die Schadenfreiheitsklasse und natürlich auch den Schadenfreiheitsrabatt zu optimieren.